Gründer der KZG

Josef Fuchs, Jakob Gatzen, Paul Detmer, Hans Meurer,
Heinrich Meurer, Alois Specht, Peter Pesch, Jakob Bilstein

Es war im Spätsommer 1936, als sich acht junge Worringer Burschen in der Gaststätte von Johann Jäger zusammenfanden, um über eine gemeinsame Teilnahme im Worringer Fastelovend zu beraten. Mit jugendlicher Begeisterung wurde vereinbart, von nun an in jedem Jahr mit einer möglich ausfallenden Originalgruppe den Worringer Rosenmontagszug zu verschönern. Aus diesen Anregungen heraus entwickelte der Initiator Josef Fuchs die vereinsmäßigen Vorbereitungen, die am 11.11.1936 zu der offiziellen Gründung der Karnevalszuggesellschaft Jecke vom Berg führte.

„Em Mäte Hus en der Müllegass“ (Hackenbroicher Strasse 28) fand diese Gründerversammlung statt, wobei sich der erste Vorstand aus dem Präsidenten Josef Fuchs, seinem Stellvertreter Peter Pesch und Kassierer Paul Detmer und dem Schriftführer Hans Meurer zusammensetzte. Bereits die ersten Vorkriegsjahre bis 1939 zeigten, dass die Jecke Clique bei der Bevölkerung gut ankam und eine echte Bereicherung des Worringer Rosenmontagszuges war. 1939 unter dem damaligen Prinzen Hermann I. (Hermann Heyer) von der Karnevalsgesellschaft Änze Käälz waren der größte Teil der Mitglieder bereits zur Wehrmacht eingezogen. So nahm die KZG als Gruppe nicht am Rosenmontagszug teil. Nach entbehrungsreichen Kriegsjahren, als sich 1948 wieder alle Worringer Karnevalsgesellschaften zu einem gemeinsamen Rosenmontagszug zusammen fanden, waren auch die Jecke vom Berg wieder zur Stelle und schlossen sich am 2. Januar 1949 offiziell dem Festkomitee Worringer Karneval an. Die nachfolgenden Jahren brachten dann die ersten personellen Veränderungen. Neue junge Mitglieder wurden aufgenommen, da sich nun um 1951 viele ältere Mitglieder von der aktiven Teilnahme zurückzogen. Zum neuen Präsidenten wählte man 1952 Jakob Gatzen, der es als populärer Worringer Karnevalist vorzüglich verstand, seine jungen Mitglieder zu begeistern und der Zug Gesellschaft neue Impulse zu geben. Sein Vorgänger Josef Fuchs wurde für seine Verdienste zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Seit 1951 veranstaltet die Zug Gesellschaft alljährlich einen karnevalistischen Abend innerhalb der Gesellschaftsfamilie. Meistens in einer Gaststätte, die auf dem Livergesberg beheimatet waren. Auch auf Sitzungen des Festkomitees, sowie als Gäste bei anderen Gesellschaften sah man nun auch Mitglieder der KZG oft auf der Bühne oder in der Bütt. Erst das Jahr 1961 muss in der Gesellschaftsgeschichte wieder besonders hervorgehoben werden, da in diesem Jahr das 25 jährige Bestehen der Gesellschaft gefeiert wurde. Zum ersten und bisher einzigen Mal veranstaltete man einen öffentlichen karnevalistischen Abend im Saale Adam Gladbach, wo in Anwesenheit des Festkomitees Worringer Karnevals und vielen Gästen ein würdiges Jubiläum gefeiert wurde.

Im Jahre 1962 wurde Josef Gödecke, ein langjähriger Berater und Mitstreiter von Jakob Gatzen, neuer Präsident. Jakob Gatzen wurde für seine verdienstvolle Tätigkeit mit der Würde eines Ehrenpräsidenten belohnt. Unter der Führung von Josef Gödecke wurde 1965 mit großer Begeisterung am Rande des Worringer Bruchs, an der „Ähdkuhl, en der Dell“, ein gesellschaftseigenes Heim erbaut. Über Beziehungen des bei der Firma Bayer angestellten Architekten Heinz Dünnwald erwarb die Gesellschaft für ein „Appel un en Ei“ein Holzhaus, welches an der heutigen Römerziegelei (Bayerbad) stand. In Gemeinschaftsarbeit wurde dieses Holzhaus demontiert und original wieder aufgebaut an oben genannter Stelle. Beim feierliche Richtfest am 27. Mai 1965, wobei auch der Grundstein versenkt wurde, gab man dem Holzhaus den Namen „Fasan“ weil die Arbeiten am Holzhaus von intensiven Fasanengeschrei begleitet wurden. Trotz vieler Schwierigkeiten und Einsprüche der Bauaufsichtsbehörde folgten endlich am 2. September 1967 die feierliche Einweihung.

Mittlerweile begnügten sich die Mitglieder nicht mehr mit der Darstellung eigener Kreationen mit Fahrrädern und dergleichen im Rosenmontagszug, sondern es wurden nun grosse Mottowagen gebaut, auf denen sich natürlich die Jecken austoben konnten. Zu dieser Zeit gab es noch Baumöglichkeiten auf Bauernhöfen und privaten Scheunen. Das entsprechende Zugfahrzeug wurde immer irgend von einem Bauern ohne Schwierigkeiten zu Verfügung gestellt.

Im Sommer 1973 brannte nun unser Vereinshaus „Zum Fasan“ vollständig ab. Weil nun alles Baumaterial aus Holz bestand und Pulver trocken war, gab es keine Rettung mehr. Selbst die Feuerwehr sah machtlos zu, wie dann der Fasan bis auf die Grundmauern abfackelte. Der Präsident Josef Gödecke hatte die glorreiche Idee und die Vorgespräche schon erledigt für ein neues Vereinshaus. Er präsentierte der Gesellschaft ein fertiges Haus mit Garage und Umland auf dem „Schmaler Wall“ in Worringen, genannt „em Espel“ auch am Rande des Brochs. Dieses Haus musste natürlich gekauft werden und eine Pacht musste an den Grundstücksbesitzer gezahlt werden. Da die Gesellschaft nicht über soviel Geld in der Vereinskasse verfügte, wurde nach einem Versammlungsbeschluß die Mitgliederbeiträge 10 Jahre im Voraus entrichtet. So wurde das als Wohnhaus konzipierte Gebäude in Eigenarbeit mit vielen Sponsoren in eine kleine Gaststätte umgebaut. Der Name Fasan wurde natürlich beibehalten. Die offizielle Einweihung war am 18. Januar 1975 unter dem neuen Präsidenten Winfried Vusten. Gleichzeitig wurde eine Standarte eingeweiht mit dem Emblem der Jecke vom Berg, das alte Worringer Schöffensiegel (siehe Erklärung an einer anderen Stelle) auf einer Seite und auf der anderen Seite getreu dem Motto „Jeckheit zor Zick mäht frei un beglöck“.

Josef Gödecke hatte sehr viele neue Ideen und Impulse in den Verein gebracht. Aus seiner Feder entstanden viele Vorträge, Lieder und Aktivitäten, die die internen Veranstaltungen der KZG bereicherten. Als Vizepräsident im Festkomitee war er ebenfalls geschätzt und geachtet. So wurde er auch für seine außerordentlichen Verdienste zum Ehrenpräsidenten ernannt. Bis zu seinem Tode 2008 stand er mit Rat und Tat der KZG immer zur Verfügung.

Unter dem Präsidenten Winfried Vusten entschloss sich die Gesellschaft Uniformjacken und dazu passende neue Mützen anzuschaffen, in den Vereinsfarben Blau-Gelb (blaue Jacken mit gelben Revers). Die Gesellschaft wird sich dann bei feierlichen Anlässen in den blauen Jacken, schwarzen Hosen, weiße Hemden und blaugelben Fliegen präsentieren. Statt den großen Mützen wurden nun kleinere handliche, so genannten Schiffchen, angeschafft. Ein neuer Vereinsorden, von Winfried Vusten entworfen, wurde gekauft. In einer abgerundeten Dreiecksform, auf der oberen Kante schmückt ein Fasan, mittlerweile das Wappentier der KZG den in Blau-Gelb gehaltenen Orden. In der Mitte wieder das alte Worringer Schöffensiegel. Das Schöffensiegel gilt als ältestes historisches Wahrzeichen von Worringen. Auf dem Fronhof geprägt zeigt es de hl. Pankratius mit der Inschrift:

“ S I G I L L U M S C A B I N O R U M I N W O R I N C H „

Eine Präsidentenkette sollte nun auch der Präsident tragen. Die Glieder der Kette sind mit schönen alten Motiven ausgestattet, darunter in runder Form wieder das alte Worringer Schöffensiegel. Winfried Vusten leitete die KZG auch mit großem Erfolg und Elan. Besonders durch seine künstlerische Tätigkeit auch im Worringer Festkomitee bis 1979. Winfried Vusten trat aus beruflichen Gründen zurück und zog nach Köln.

Als neuer Präsident fungiert nun Georg Lang. Unter seiner Regie vergrösserte sich die Mitgliederzahl der Gesellschaft erheblich. Viele Freunde und Gönner waren Gäste bei den vereinsinternen Veranstaltungen. 1982 wurde vor dem Fasan einen Fahnenmast errichtet, eine blaugelbe Fahne zeigt nun an, wenn die Mitglieder anwesend sind. Eine neue große Wagenbauhalle wurde auch auf dem Grundstück errichtet. Werkzeuge und Maschinen angeschafft um den Wagenbau perfekter und leichter zu gestalten. So ging es kunterbunt schnell durch die Jahre. Georg Lang zeichnete sich in der Gesellschaft aus, besonders durch seine unermüdliche und tatkräftigen Arbeitseinsatz. Er war Vorbild für jedes Mitglied in Pünktlichkeit und Einsatz bei allen Anlässen.

Im Mai 1990 kaufte die Gesellschaft bei Bayer Dormagen einen ausrangierten Plateauanhänger für 228,00 DM. Georg Lang kaufte für 1 DM unseren heutigen Traktor, Klöckner Humbold Deutz vom Bauer Johann Freitag in Stommelerbusch. Beide Fahrzeuge wurden nun durch die Vereinsspezialisten repariert, überholt und in Farbe gelegt, dass sie heute noch den strengen TÜV Anforderungen standhalte. Natürlich werden die Fahrzeuge immer Instand gehalten und gepflegt.

Nach 14 jähriger Präsidentschaft schied Georg Lang 1993 aus. Er trat aus eigenem Willen zurück und wurde für seine glanzvolle Präsidentschaft zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Der neue Präsident hieß Rudolf Hüsch. Er hatte schon 14 Jahre das Amt des Vizepräsidenten bekleidet. Natürlich kann ein Präsident nicht die Last auch einer kleinen Gesellschaft alleine bewerkstelligen. Es gab immer Mitglieder, die den Präsidenten treu zur Seite standen. Ohne diese Mitglieder hätte die KZG heute nicht den Stellenwert. Insbesondere gilt das für die Vereinsdamen, die immer und jedes Jahr ihren Ideenreichtum in der Gestaltung der Kostüme freien Lauf lassen und sich kreativ austoben. Es gibt nun mittlerweile Mitglieder, die 2005 schon 50 Jahre die Geschichte der KZG mitbestimmen. 40 jährige und 25 jährige Mitgliedschaft sind nun nicht mehr selten.

1986 hat die Versammlung beschlossen, das die Damen auch die Mitgliedschaft unter den gleichen Bedingungen wie die Herren erlangen können. Dieses war bis dato nach den Statuten nicht möglich. Um die Damen dazu zu animieren, wurde mit Erfolg ein Familienbeitrag eingeführt. Im Laufe der Jahre kamen und gingen viele Mitglieder, sei es durch Wohnungswechsel oder aus anderen Gründen, es bleibt immer ein Schnitt um 50 Mitgliedern, inklusive Inaktive bzw. fördernde Mitglieder. Die Vereinsstatuten wurden mehrere Male den Gegebenheiten der Zeit und nach den Vorschlägen der Mitglieder angepasst und verändert, so dass zwar der Sinn und Brauchtumspflege erhalten blieb. So wurde zum Beispiel die Erwerbung der Mitgliedschaft erleichtert.

Die Präsidenten verstanden es immer wieder durch neue Einfälle, gemeinsame Gesellschaftstouren, Herrentouren und Veranstaltungen die Mitglieder zu animieren. So gab es spannende Kämpfe bei den Jeck vom Berg-Ermittlungen und Kämpfe um die Bergprinzessin. Gemeinsame Weihnachtsfeiern mit Nikolausbesuchen, bei denen die Vereinskinder beschenkt wurden. Herrliche, fröhliche Kostümbälle, an denen die Worringer Prinzen stundenweise teilnehmen. Frühling-, Sommer- und Herbstfeste, die entsprechend den Jahreszeiten organisiert wurden.

2005 wurde Wolfgang Landyschew Präsident der Gesellschaft.(von 1998 bis 2005 Vizepräsident.

Durch einen Versammlungbeschluss wurde die Zuggesellschaft 2008 in einen eingetragenen Verein umgewandelt. Hierzu wurden alle erforderlichen Maßnahmen getroffen besonders wieder die Statuten auf einer aussergewöhnlichen Mitgliederversammlung neu festgelegt.

Der jetzige Vorstand besteht nun aus der Präsidentin Maria Landyschew, der Vizepräsiden Wolfgang Landyschew und dem Geschäftsführer Rudolf Hüsch und der Schatzmeisterin Bettina Schmidt. Zum jetzigen erweiterten Vorstand gehört nun noch die Vizeschatzmeisterin Ingrid Wendt Mitglied im Arbeitskreis für die Karnevalsumzüge sind Ingrid Wendt und MariaLandyschew , der Schriftführer wird durch den Geschäftsführer mit ausgeführt.

Seit Januar 2009 ist die KZG nun offiziell, also notariell und gerichtlich ein eingetragener gemeinnütziger Verein.

Rudolf Hüsch wurde gleichzeitig für seine glanzvolle und lange Vizepräsident- (14 Jahre) und Präsidentschaft (15 Jahre) zum Ehrenpräsidenten ernannt. Auch Rudolf Hüsch steht dem Worringer Festkomitee als Vizepräsident zu Verfügung.

Seit März 2015 hat die Gesellschaft erstmalig seit ihrer Gründung, fast 80 Jährgen bestehen eine Präsidentin  Maria Landyschew

 

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